Schwarzwälder Bote vom 30.05.05

 

Vielseitigkeit faszniert

 

TREC-Reiter kämpfen um Punkte für den Europacup / Faszination liegt in der Vielseitigkeit

 

Von Jens Sikeler

 

Sulz-Hopfau. Der einzige deutsche Europacup-Wettbewerb der TREC-Reiter fand am Wochenende auf dem Reiterhof der Familie Lefèvre statt. Für die Junioren ging es um die Qualifikation zur Europameisterschaft. Ross und Reiter mussten einen Orientierungsritt, eine Gangartenprüfung, sowie einen Parcours bewältigen.

 

Genau in dieser Vielseitigkeit liegt für Organisator Joachim Lefèvre die Faszination dieses Sports. Der Orientierungsritt hat seine Namen verdient. Bevor sie in den Sattel steigen, müssen die Reiter zunächst den Weg auf ihre eigenen Karte übertrage. Und wehe die Gespanne befanden sich nicht immer auf der 38 Kilometer langen Strecke oberhalb von Dürrenmettstetten. Überall hatten sich nämlich Kontrolleure postiert. Ebenfalls zur Orientierungsprüfung gehörte das Ermitteln und Anreiten von drei Koordinatenpunkten. Elektronische Hilfsmittel dürfen bei dieser Prüfung nicht verwendet werden. Aber damit habe man, so Lefèvre, auch noch nie Probleme gehabt. Großen Wert legt das Reglement offensichtlich auf das Wohl der Tiere. Drei mal mussten sie sich einer tierärztlichen Kontrole unterziehen.

Was die Pferderassen angeht, war beim Turnier auf dem Brachfeld vom Kaltblut bis zum Araber so ziemlich alles vertreten. Durch die unterschiedlichen Anforderungen gebe es keine ideale Rasse, erläuterte Lefèvre. Jeder backe sich Pferd nach seinen Vorstellungen selbst. Entstanden ist die Sportart in den Pyrenäen. Dort wollte man für Wanderritte eine zertifizierte Ausbildung anbieten

Viel Training erfordert auch die Gangartprüfung. Dabei müssen die Pferde, unter den strengen Augen der Juroren, 150 Meter im Schritt so schnell und im Galopp so langsam wie möglich bewältigen.

Was Lefévre meint, wenn er sagt, für diesen Sport müssten Rosse und Reiter eine kameradschaftliche Beziehung haben, wurde beim abschließenden Parcours deutlich. 16 Hindernisse hatte die die Familie Lefèvre und ihre Helfer aufgebaut. Natürlich gab es die klassischen Sprunghindernisse und die Pferde preschten auch im vollen Galopp durch die Landschaft. Pferd und Reiter mussten aber genauso durch einen Pferdeanhänger gehen oder einen Tor öffnen und wieder schließen.

Es war kein Wunder, das etliche der Teilnehmer auf dem Brachfeld trainieren. Wobei, so Lefèvre, „die TREC-Ausbildung nur das I-Tüpfelchen ist“. Seine Frau Meike, die für das Training zuständig ist, legt großen Wert auf eine fundierte Ausbildung im Bereich Breitensport. Außerdem biete sie sehr viel Jugendarbeit an  

 

Die 20 Teilnehmer am TREC-Turnier auf dem Brachfeld gingen in drei Kategorien an den Start. Die meisten Punkte für den Europacup sammelte die Siegerin Lisbeth Lumpp (Frankreich). Sie verwies Günter Wolf (Österreich) und Bettina Klingmüller (Deutschland) auf die Plätze zwei und drei. Für die Junioren aus Deutschland ging es um die Qualifikation zur Europameisterschaft im September in Frankreich.  Hier freute sich Wiebke Reinker über den Sieg. Ebenfalls auf dem Siegertreppchen landeten Katharina Patzner und Lena Lefèvre. Bei den Einsteigern hatte am Schluß Gabi Nowack die Nase vorn. Auf dem zweiten Platz landete Priska Rosteck. Sie verwies damit Thomas Kretschmer (alle aus Deutschland) auf den dritten Platz.